Die Greiner Dilettantengesellschaft überrascht zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte mit einer "Boulevardkomödie". Die Herbstsaison 2025 bringt „Otello darf nicht platzen“ von Ken Ludwig im Stadttheater Grein auf die Bühne. Unter der Regie von Gerhard Koller, Obmann des OÖ Theaterlandesverbandes, erwartet das Publikum eine temporeiche Komödie voller Verwechslungen, Missverständnisse und schräger Charaktere.
Zum Inhalt
Chaos hinter den Kulissen! In Ken Ludwigs turbulenter Boulevardkomödie bereitet sich ein Opernhaus auf den großen Abend vor: Star-Tenor Tito Merelli soll als Otello auftreten – ein Highlight für das Publikum und der große Moment für Max, den Assistenten des Intendanten, der heimlich selbst vom Rampenlicht träumt. Doch dann läuft alles schief: Tito ist verschwunden, seine eifersüchtige Frau wütet, ein folgenschweres Missverständnis führt zur Annahme, er sei tot – und Max muss kurzerhand selbst in die Rolle des Otello schlüpfen. Als plötzlich gleich zwei Othellos in voller Montur durchs Haus irren, eskaliert die Verwechslungskomödie endgültig.
Spritzige Dialoge, pointierter Slapstick und ein irrwitziger Plot machen Otello darf nicht platzen zu einem komischen Feuerwerk, das nicht nur Opernfans begeistert. Eine liebevolle Hommage an das Theater – mit Tempo, Timing und jeder Menge Lachern.
Freuen Sie sich auf einen Abend voller Lachen, Spannung und musikalischem Esprit – ein Muss für alle Theater- und Dilettantenliebhaber!
Achtung bei Reizlichtempfindlichkeit:
In diesem Stück wird ein Stroposkop verwendet.
Otello darf nicht platzen
von Ken Ludwig
Regie: Gerhard Koller
Stadttheater Grein
Premiere: Freitag, 7.11.25 - 19.30 Uhr
weitere Vorstellungen
Sonntag, 9.11.25 17.00 Uhr
Freitag, 14.11.25 19.30 Uhr
Samstag,15.11.25 19.30 Uhr
Sonntag, 16.11.25 17.00 Uhr
Freitag, 21.11.25 19.30 Uhr
Samstag, 22.11.25 19.30 Uhr
Sonntag, 23.11.25 17.00 Uhr
Freitag, 28.11.25 19.30 Uhr
Samstag, 29.11.25 19.30 Uhr
Sonntag, 30.11.25 17.00 Uhr
Kartenvorverkauf online unter:
>>> KARTENVORVERKAUF oder
in der Trafik Hader 07268/382
Kat. I € 26,00, Kat. II € 24,00,
ermäßigt € 20,00
Die Herbstsaison 2025 wird präsentiert von:
Wir haben unserem Regisseur Gerhard Koller einige Fragen gestellt:
„Otello darf nicht platzen“ ist eine Boulevardkomödie. Was genau ist Boulevardtheater für Dich?
Obwohl Boulevardstücke oft mit einfachen Inhalten und humorvollen Verwechslungen daherkommen, zählt das Genre zu den anspruchsvollsten Formen der Theaterinszenierung. Es lebt von präzisem Timing, rasch gesetzten Pointen und einem hohen Tempo. Die Schauspieler geraten in komplexe, teils absurde Situationen, die das Publikum nicht nur amüsieren, sondern zur Identifikation einladen. Zuschauer versetzen sich in die Figuren und fragen sich: „Wie würde ich mich aus dieser Lage befreien?“ – genau darin liegt der Reiz und die Kunst des Boulevardtheaters.
Was fällt Dir leichter zu inszenieren, Komödien oder Tragödien, und warum?
Komödien zählen zu den anspruchsvollsten Theaterformen, da sie höchste Präzision und authentisches Spiel erfordern. Die Darstellung muss ehrlich und glaubwürdig sein – nicht nur bei Tragödien, sondern gerade in der Komödie, wo jede Pointe exakt gesetzt werden muss. Schon eine minimale Verzögerung kann die Wirkung einer Szene zunichtemachen. Die Herausforderung liegt in der perfekten Abstimmung von Timing, Ausdruck und Rhythmus, um das Publikum mit Leichtigkeit und Tiefe zugleich zu erreichen.
Was verbindest Du mit der Figur des Othello/ Otello?
Die Opernfigur Otello aus Giuseppe Verdis gleichnamiger Oper – basierend auf Shakespeares Drama – verkörpert eine komplexe Mischung aus Heldentum, Leidenschaft und tragischer Eifersucht: Otello ist damit eine der vielschichtigsten Opernfiguren – zugleich Opfer und Täter, stark und verletzlich, liebend und zerstörerisch. Seine Rolle verlangt große darstellerische Tiefe und stimmliche Ausdruckskraft
Gibt es für Dich Stücke, die Du unbedingt inszenieren möchtest?
Shakespeares Sommernachtstraum, In der Löwengrube von Felix Mitterer und eine Passion.
Warum gehen Menschen Deiner Meinung nach gerne ins Theater?
Theater ist eine der ältesten und unmittelbarsten Formen des Geschichtenerzählens. Seit Jahrtausenden bringt es Menschen zusammen – und wird dies auch in Zukunft tun. In gelungenen Inszenierungen verschmelzen Publikum und Darstellende zu einer gemeinsamen Erfahrung. Das Geschehen entfaltet sich live, ist einzigartig und nicht reproduzierbar. Theater spricht alle Sinne an und lebt von der Intensität des Moments – eine flüchtige, aber tiefgreifende Kunstform.
Was reizt Dich an den Greiner Dilettanten? Wie hast du die Truppe kennen gelernt?
Meine Beziehung zu den Greiner Dilettanten reicht bis in die 1980er-Jahre zurück und ist geprägt von einer tiefen Theaterfreundschaft. Die ersten Kontakte entstanden bei einer Aufführung, bei der ich die junge Truppe kennenlernte. Viele der damaligen Mitglieder besuchten gemeinsam Theaterseminare des Landesverbandes Amateurtheater Oberösterreich, die legendären Seminare „ Vom ich zur Rolle“ die einigen alten Theaterhasen wahrscheinlich noch heute in Erinnerung sind. Besonders gefreut hat mich, dass Lothar Pühringer mich heuer für eine Regiearbeit angesprochen hat.
Was sind die Stärken und Schwächen der Greiner Dilettanten?
Die Stärke der Greiner Dilettanten liegt gerade darin, dass sie keine Dilettanten im eigentlichen Sinne sind: Sie stellen sich mutig anspruchsvollen Stoffen und scheuen nicht vor komplexen Inszenierungen zurück. In diesem Jahr wagen sie sich erstmals an eine Boulevardkomödie – ein Genre, das oft unterschätzt wird, aber in der Umsetzung höchste Präzision und Timing erfordert. Etwaige Schwächen werden intern oder im persönlichen Austausch reflektiert – ganz im Sinne einer konstruktiven Ensemblearbeit.
Erzähl uns etwas über den Landesverband Amateurtheater OÖ, den Du leitest. Was bedeutet das Amateurtheater für die Menschen?
Außerberufliches Theater in Oberösterreich – gelebte Kultur vor Ort
In Oberösterreich engagieren sich über 7.000 Menschen in rund 230 Theatergruppen ehrenamtlich für das Theater – auf, hinter und rund um die Bühne. Mit über 200.000 Besucherinnen und Besuchern jährlich ist das außerberufliche Theater eine lebendige und erfolgreiche Kulturbewegung direkt bei den Menschen vor Ort.
Jede Theatergruppe verdient höchste Anerkennung für ihre Leidenschaft und ihren Einsatz. Ein eindrucksvolles Beispiel: eine kürzlich besuchte Aufführung mit über 50 Mitwirkenden – darunter Schauspielerinnen, Bühnenhelferinnen, Maskenbildner*innen und Versorgungsteams. Solche Produktionen sind wahre Gemeinschaftsleistungen, die in berührenden Momenten und dankbaren Gesichtern ihren Ausdruck finden. Das außerberufliche Theater in Österreich ist eine Erfolgsgeschichte – getragen von Engagement, Kreativität und Zusammenhalt.
Interview mit Gerhard Koller
Junge Theaterbegeisterte erobern die Bühne des Greiner Stadttheaters
Ende Februar luden die Greiner Dilettanten zu einem Schnupperworkshop für Kinder von 7-10 Jahren ein. Nach diesem ersten Eintauchen in die Welt des Theaters war für alle Teilnehmenden klar – da machen wir mit! Ausgehend von Sensibilisierungs- und Kooperationsübungen sprangen die Kids in andere Rollen und häufig auch über ihren eigenen Schatten, um Neues auszuprobieren.
Das Gemeinschaftsprojekt stand immer im Mittelpunkt und der Zusammenhalt war stets spürbar.
Am Sonntag, 26.5.2024 war es dann so weit und „Das Handykäppchen“ wurde in zwei Vorstellungen vor jeweils vollem Haus präsentiert. Das Verwandeln in die einzelnen Rollen wurde durch die kunstvolle Maske von Barbara Schaffner und Nora Lehner finalisiert.
Mit Souveränität und erstaunlicher Bühnenpräsenz zeigten die jungen Theaterspieler:innen, warum ein verschlucktes Handy dem Wolf ständig den Schlaf raubte und die irrtümlich verschluckte Großmutter doch noch gerettet werden konnte.
Alle brachten sich mit ihren Stärken und Talenten ein und so wurde das Publikum mit Schauspiel, Musik, Akrobatik und kurzen Tänzen hervorragend unterhalten. Die tolle Leistung aller Beteiligten wurde mit großem Applaus belohnt.
CHAPAUX, liebe Kids – wir sind mega stolz auf euch!
Mitwirkende:
Holunderbüsche: Paulina Zehetner
Emma Mörxbauer
Jäger: Yannik Paireder
Gabriel Strasser
Wolf: Larissa Gruber
Wolfgang: Jonas Palmetshofer
Rotkäppchen: Hedy Hasleder
Großmutter: Pia Sattler
Mutter: Elisa Zeitlhofer
Eloise: Rosalie Kurzbauer
Chef: Isidor Hasleder
Stella: Valentina Burgstaller
Anabel: Luisa Zehetner
Mirella: Livia Schörkhuber
Ben: Felix Schörkhuber
Yvonne: Emely Köck
Rotkäppchen und ein Handy – passt das zusammen?
Klar doch, ALLE haben heutzutage ein
Handy. ALLE – nur der WOLF hat keins.
Noch nicht! Das ändert sich jedoch, als der der Wolf die Großmutter
besucht. Aber warum nervt ihn dieses Ding plötzlich so?
Anfang Dezember veranstalteten die Maniacs gemeinsam mit den Dilettanten, ein Theaterseminar für junge Menschen.
8 Teilnehmer*innen wurden von Astrid, Melanie und Hoga ein ganzes Wochenende hindurch begleitet. Eine Vielfalt an Methoden konnte ausprobiert und trainiert werden. Die Lust an theatralischen Prozessen wurde entfacht und mit großer Freude können wir berichten, dass diese Gruppe im Namen der Maniacs, im März 2023 ein Stück auf die Bühne bringt. Unter der Regie von Hochgatterer Christian (Hoga) wird bereits geprobt. Seid gespannt auf frischen Wind, interessante Gesichter und purer energiegeladener Spielfreude!
Hofübergabe bei der Greiner Dilettantengesellschaft
Passenderweise sollte es bei uns Dilettantengesellschaft ja „Schlüsselübergabe“ heißen, da der Sperrsitzschlüssel seit Anbeginn ein Teil des Vereinslogos ist.
Christine Geirhofer führte die Theatergruppe seit 24 Jahren sehr bedacht und mit Weitblick durch zahlreiche großartige Produktionen. Sie bewies Mut und Offenheit für Neues und wir Greiner Dilettanten sind so zu einer überregional bekannten Amateurtheatergruppe geworden.
DANKE CHRISTL!
Unsere Prinzipalin bleibt dem Verein natürlich treu und wird sich ganz „ihrem“, bereits auch schon bekannten „Theaterfundus“ widmen und für die Kostümausstattungen der Stücke verantwortlich zeichnen.
Der „Schlüssel“ bleibt in der Familie. Bei der Jahreshauptversammlung wurde Christian Geirhofer einstimmig zum neuen Obmann der Greiner Dilettanten gewählt. Mit Manuela Kloibmüller und Lothar
Pühringer als Stellvertreter an seiner Seite, möchten wir die großartige Entwicklung des Vereins weiterführen, Neues wagen, aber auch Traditionelles bewahren. Die kulturelle Vernetzung in der
Region und darüber hinaus, aber auch aktive Nachwuchsarbeit stehen fix auf dem Programm. Die Dilettantengesellschaft soll somit auch Plattform für künstlerische Kreativität werden. Besondere
Freude gibt es bei allen auf die neue Spielstätte im renovierten Theater und die Verstärkung des Vorstandes.
